Wie sieht meine MS eigentlich aus?

Oft werde ich gefragt. Aber es ist schwierig zu beschreiben, was da in einem vorgeht, wie sich das anfühlt, wenn man einen Schub hat. Was ist eigentlich ein Schub? Was heist‘n das? Anfangs hab ich‘s überhaupt nicht kapiert – wie auch? In deinem zentralen Nervensystem pulsiert eine Entzündung. Das ist wie eine offene Wunde in all den vielen Gehirn- und Nervenzellen; das tut nicht weh, zumindest bei mir nicht, aber dieses komplexe System spielt dann halt einfach verrückt.

Als ich meinen ersten Schub hatte, wusste ich es nicht zuzuordnen. Ich machte, wie so oft, einen Waldspaziergang und konnte ganz unvermittelt nicht mehr richtig „gucken“. Helle, grelle gelbliche Lichtblitze schossen mir ins Sichtfeld. So irritierend und intensiv, dass ich mich zu Boden geduckt habe. Ich bin ja froh, dass mich niemand beobachtet hat an diesem sonnigen Nachmittag im Wald — denn sonst wäre ich wohl nicht beim Neurologen im MRT gelandet, sondern direkt in der Klappse. :-)

Ich habe damals – auch wie so oft – Fotos gemacht im Wald, von den Pflanzen und dem Moos. Und ich erinnere mich an einen besonderen Strauch, mit diesen lila Blüten und dem fast unangenehmen, süßlich schweren Geruch. Ich weiß nicht, wie dieser Strauch heißt, vielleicht weißt Du es?

Aber wenn ich an diesen Geruch nur denke oder heute nochmal an so einem Strauch vorbei laufe und den Geruch wahrnehme – und das tu‘ ich sogar zehn Meter gegen den Wind, so widerlich find‘ ich den Geruch – dann denke ich immer an diese Blitze in meinem Sichtfeld. Damals, das weiß ich heute — da begann meine MS.

Und so sah sie aus, meine MS
Dieses Foto habe ich damals auf tatsächlich diesem Spaziergang gemacht; leider ein bisschen verwackelt. Von dem besagten Stinkestrauch mit den schrulligen Blüten. So sieht das also unter „normalen“ Umständen aus. Achte vor Allem auf die Farben.

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Gesehen hab‘ ich es so
Aber wie war es, wie ich es gesehen habe, an diesem Tag?
Ich hab das mal modellhaft versucht nachzustellen. Zwar mit einer naiven Bildbearbeitung, aber das trifft es ganz gut.

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Grell – gelb – übermäßig hell – unscharf – verschwommen – unecht.
Schrecklich und ganz unheimlich, wenn die Welt um dich herum auf einmal so aussieht. 

Ich wusste, etwas ist nicht in Ordnung mit mir. Etwas stimmt nicht. Aber ich wusste nicht, was es war.

Bald hörte es wieder auf. Und so vergaß ich es auch bald wieder. 

Aber irgendwann, da kam es wieder.

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