Lebensumstellung 1 — Natürliches Essen

Also gut. Die Ernährung. Was für ein Thema, was für ein riesenhaftes, umstrittenes, immer wieder mit neuen Studien und Erkenntnissen aus Forschung und Lebenshaltung belegtes und widerlegtes Themengebiet. Kontrovers, immer wieder neu aufgelegt und doch geht es um eine sehr simple Sache:

Ein Lebewesen, wie der Mensch, braucht zum Leben Nahrung. Das sind Nährstoffe für Energie, für Zellaufbau und für viele biochemische Vorgänge im Körper. 

Es gibt so viele Substanzen, die diese Aufgaben unterstützen oder gewährleisten. Ich erspare mir und vor Allem Dir hier vollkommen die Erklärung und Erläuterung dieser Dinge, die natürlich sehr komplex sind. Andere haben das schon mit beliebigem Detailreichtum hervorragend gamacht — viel besser als ich das je könnte. Auf diese anderen Quellen verweise gerne.

Paleo? Wahls-Protokoll? Low-Carb-High-Fat (LCHF)? Autoimmun-Protokoll (AIP)? Coimbra-Protokoll (ja, es geht in diesem Protokoll wirklich um mehr als nur um Vitamin D).

Diese Liste der Schlagworte könnte ich noch länger fortsetzen. Alles Schlagworte, auf die ich schnell gestoßen bin, als ich mich auf die Suche nach der richtigen Ernährung bei MS gemacht habe. 

Warum eigentlich Ernährung? Ich hab‘ doch MS! Ich bin nicht zu dick, bin nicht zu dünn, ich esse alles und mir schmeckt’s. Und bei MS ist das Immunsystem falsch gewickelt und zerstört körpereigene Zellen — deshalb zählt man die MS zu den Autoimmun-Krankheiten.

Die Zellen, die von dieser Zerstörung betroffen sind, das sind die der isolierenden Zellschicht um die Nervenbahnen im Zentralen Nervensystem (ZNS).

Und wenn diese isolierende Zellschicht kaputt ist, und damit die einzelnen Nervenleitungen nicht mehr sauber von einander isoliert, dann laufen die Signale in den Nervenbahnen nicht mehr sauber durch.

Die isolierende Zellschicht nennt man auch Myelinscheide, weil sie aus Myelin besteht. Dieser Begriff wird uns noch öfter begegnen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Myelin

Dann sagt das Gehirn zum Bein, „heb‘ dich an für den nächsten Schritt“.

Der Befehl kommt aber nicht im Bein an. Und, schwupps, funktioniert das Laufen nicht mehr. Mal so ganz einfach und naiv beschrieben. Du erinnerst Dich, „Dampfmaschin‘“ und so.

Auch hier gibt es großartige Erklärungen und Animationen, wie das so abläuft im Körper. Zum Beispiel hier in der Virtuellen MS-Klinik der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

Virtuelle MS-Klinik

https://www.dmsg.de/virtuelle-ms-klinik/

Ja gut. Aber was soll das nun mit der Ernährung?

Wo kommt dieser Gedanke her, dass diese Krankheit, die MS, im Zusammenhang mit Nahrung, mit Essen und Trinken, zu sehen ist? 

Nun, im Wesentlichen kam diese Betrachtungsweise so zustande: Es ist auffällig, dass die MS bei uns, in den „hochentwickelten“, stark industrialisierten Gesellschaften (Europa, USA usw.) viel häufiger auftritt als z.B. in Asien und anderen Regionen, deren Bevölkerungen einen eher Natur-orientierten Lebensstil pflegen; vielleicht allein schon aus Gründen der weniger durchgetakteten Entwicklung.

Eine andere Betrachtungsweise sagt schlicht, man habe es hier mit einem Nord-Süd-Gefälle zu tun. Je näher die Menschen am Äquator leben und damit mehr Sonne abbekommen, desto geringer sei das Aufkommen der MS; vielleicht weil die Versorgnung mit Vitamin D dann besser ist.  

Eine weitere Betrachtungsweise: Je höher die Gesellschaften entwickelt sind, desto häufiger werden überhaupt Diagnosen gestellt; vielleicht weil die medizinischen Möglichkeiten dann überhaupt erst zur Verfügung stehen. 

Globale Verteilung der Menschen mit MS

http://www.msif.org/atlas/embed/?cat_id=2&var_id=44&region_id=0
Quelle: Atlas of MS, Daten aus 2013

Man könnte es auch so betrachten,
dass eine Korrelation besteht — dass es also einen gewissen Zusammenhang gibt (wenn auch keine direkte Folge) — vom Konsum von: Milch und Milchprodukten, Getreide und Getreideprodukten, Zucker und einer allgemein sehr Kohlenhydrathe-reichen Kost und dem Auftreten der MS. 

Alles das zeichnet unsere Ernährung hier in unseren hektischen Industriegesellschaften nämlich aus: Viel Zucker, viel Milch und versteckter Milchzucker und Milcheiweiß, überall Gluten (Weizen etc.), wenig Gemüse, wenige gute Fette, wenig Natürliches, viel weiterverarbeitete Nahrungsmittel.

Ich spreche ja noch gar nicht von Fast-Food und Imbiss-Pampe. Aber wenn man sich überlegt, dass wir im Supermarkt etwas zum Essen kaufen, mit einer Zutatenliste, die wir nicht verstehen (und auch nicht verstehen sollen), die lauter Dinge aufführt, die wir einzeln niemals zu uns nehmen würden, weil sie mit Nahrung nämlich nichts zu tun haben…

— anstatt wir einfach Zutaten kaufen, aus denen wir unser Essen zubereiten.

Und wenn man erst auf solch einen Gedanken gebracht wird, dann kommt man von einem zum Andern, vom Hölzchen auf‘s Stöckchen — schier uferlos ist das. Doch es lohnt sich. Übrigens nicht nur für MS-Betroffene.

Ich fang mal klein an und sage einfach:

Schritt 1 — Natürliches Essen

Und „natürlich“ heißt: artgerecht. So wie die Spezies Mensch von Natur aus sich ernähren würde. 

Wie ich das mache oder zumindest versuche, folgt. :)

Ein Kommentar zu „Lebensumstellung 1 — Natürliches Essen

  1. Oh, spannendes Thema … ich werde die Fortsetzung verfolgen.
    Was ich sehr interessant finde ist, das die skandinavischen Länder weniger MS Erkrankte haben sollen ^^
    Liebe Grüsse aus Hamburg :)

    Gefällt 1 Person

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