Was bedeutet es für mich MS zu haben? Und was hat das mit Bloggen zu tun?

Seit meiner Diagnose ist das für mich das größte Thema: die Bedeutung meiner MS. Damit meine ich eben nicht die Erklärung meiner Symptome und wie lange ich noch laufen kann und so weiter, sondern das, was diese Einschränkungen in meiner Psyche verändern und was sie für mich als Mensch bedeuten.

Die meisten Menschen konnten mir dabei nicht helfen – wie ich nach einiger Zeit feststellen musste. Auf der einen Seite wollte ich ihnen nicht auf die Nerven gehen und sie mit meinen MS-Themen belasten und auf der anderen Seite merkte ich irgendwann: Sie hören einem nicht wirklich zu. Entweder, weil sie nicht können („was soll ich denn damit anfangen!?“) oder weil sie nicht wollen („ich hab selber genug um die Ohren!“).

Aber irgendwo müssen die Gedanken, Zweifel und Perspektiven ja hin!

Also begann ich zu schreiben. Ganz allein für mich. In meinen kleinen Computer, eine Art Tagebuch. Und ich merkte, es hat mir sehr gut getan.

Irgendwann habe ich gemerkt, dieses Schreiben macht tatsächlich etwas mit mir, meine Haltung zu der Krankheit und zum Leben insgesamt verändert sich.

Das Schreiben hat mir geholfen, meine MS erst besser zu verstehen und schließlich besser zu akzeptieren. Wobei ich sagen muss, dass ich noch lange nicht bei der vollkommenen Akzeptanz angekommen bin und – wer weiss das schon – vielleicht auch nie ankommen werde.

Aber eins, das weiß ich: Der Schritt nach draußen zu gehen mit meinem Schreiben, einen Blog aufzumachen und meine Gedanken einem öffentlichen Raum preiszugeben, der war unsagbar wichtig für mich. Und das ist unabhängig davon, ob es gelesen wird oder nicht – allein auf die Möglichkeit kommt es dabei wohl an.

Danke an das Schreiben und Bloggen! :)

Das ist der bisher wichtigste Schritt für mich gewesen, meine MS zu akzeptieren. Dazu zu stehen, dass ich diese Krankheit habe.

Und so bin ich sehr dankbar für das Bloggen und Schreiben.

11 Kommentare zu „Was bedeutet es für mich MS zu haben? Und was hat das mit Bloggen zu tun?

  1. Hallo Farouk,
    ich glaube es geht vielen von uns MS’lern so. Die Krankheit zu akzeptieren, auch wie sie das Leben verändert, ist ein sehr schwerer Schritt. Und doch ein so wichtiger Schritt. Denn nur dann kann man weitermachen, weiterleben.
    Daher mein ganz herzlicher Glückwunsch! Mach weiter so! Auch mit MS kann man ein erfülltes, glückliches Leben führen! Natürlich nicht immer, wer kann das schon? Aber auch mit MS gibt es sie, die Glücksmomente. Dafür lohnt es sich!

    Gefällt 3 Personen

    1. Hallo Katrin,

      vielen Dank für Deinen Glückwunsch und Deinen Zuspruch!

      Ja, es ist wohl so. Was einen beschäftigt, neben der Krankheit selbst (ganz klinisch betrachtet), ist es wohl das Annehmen und sich damit letztlich auch identifizieren mit den neuen Bedingungen. Man hat ja vorher ein Leben lang ohne diese Krankheit erlebt, da braucht man wohl etwas Zeit…

      Solche Glücksmomente finden in ganz kleinen Dingen statt, das ist wirklich immer wieder schön zu erkennen und Du hast Recht – dafür lohnt es sich, das Immer-weiter-machen!

      …Danke auch für’s Rebloggen, das weiß ich sehr zu schätzen! :)

      Liebe Grüße
      Farouk

      Gefällt 1 Person

  2. Hat dies auf Meine Erlebnisse im Altenheim rebloggt und kommentierte:
    Die Krankheit zu akzeptieren, auch wie sie das Leben verändert, ist ein sehr schwerer Schritt. Und doch ein so wichtiger Schritt. Denn nur dann kann man weitermachen, weiterleben.
    Auch mit MS kann man ein erfülltes, glückliches Leben führen! Natürlich nicht immer, wer kann das schon? Aber auch mit MS gibt es sie, die Glücksmomente. Dafür lohnt es sich!

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Katrin, eine Krankheit zu akzeptieren ist immer schwer. Wenn man/frau damit hadert und jammert und sagt „Warum ich?“ dann kommen mir jedenfalls immer die Gedanken, „oh es gibt viele die es noch so viel schlimmer haben, also sollte ich mich schämen“. Und dann schäme ich mich und hadere weiter. Nach meinem Herzstillstand hat sich bei mir auch so viel verändert – wo ist die Kraft? Wo ist der Wille? Okey, ich kann laufen, ich komme noch alleine klar, aber die Gedanken kommen „warum ich?“. Ach Katrin, wir haben das Recht zu hadern und jammern – es ist verdammt schwer. Ich denke auch, dass ich in meinem Blog nicht immer jammern kann – obwohl das zur Zeit eher mein Tenor ist – aber manchmal tue ich es doch. Also lasst uns beide das tun! Es tut gut zu schreiben! Dir eine liebe Umarmung! Cecilia

    Gefällt 2 Personen

    1. Hallo Cecilia,

      vielen Dank für Deinen Kommentar, da kann ich ja von Glück sprechen, dass versehentlich Du auf meiner Seite geantwortet hast! :)

      Ja, da hast Du Recht. Ich finde auch, diese Fragen nach dem „Warum“, dürfen wir uns vielleicht auch mal erlauben zu stellen. Und das Hadern und Zweifeln sicherlich auch. Dafür sind wir ja auch Menschen, nicht wahr?

      Ich wünsche Dir auch alles Gute!

      Liebe Grüße
      Farouk

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  4. Du hast eine gute Art zu schreiben, ehrlich und offen, machst dich damit aber auch verletzlich.
    Dazu gehört Mut.
    Außerdem, wer weiß, selbst, wenn du „nur“ einer einzigen anderen Person damit zu helfen vermagst, dann hast du den richtigen Weg eingeschlagen.

    Manche sagen, Krankheiten seien ein Weg der Entwicklung. Kam dir dieser Gedanke schon einmal?

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    1. Ja, diese Krankheit ist – auch – Entwicklung. Allein das Dazu-Stehen und meine eigene Schwäche anzunehmen und auch ganz offen damit umzugehen ist eine große Entwicklung für ich gewesen.

      Und ja, Du hast Recht, das macht verletzlich und irgendwie auch angreifbar. Ich habe lange gebraucht, mich dieser vermeintlichen „Gefahr“ auszusetzen. In Wirklichkeit ist es aber gar keine Gefahr.

      Und da haben wir sie schon wieder die Entwicklung: zu mehr Vertrauen. Wir alle sind sind gar nicht so sehr „in Gefahr“ – wir sind beschützt.

      Und ich erlebe so viel Gutes dabei…

      Vielen Dank für Dein Lob! Gerade von Dir erfahrenem Schreiberling, weiß ich das sehr zu schätzen! :)

      Liebe Grüße

      Gefällt 2 Personen

      1. oh – danke schön :-)
        Ich steh ja doch selber erst am Anfang.

        Einfach dir selber treu bleiben, das hilft wohl am Besten und am Meisten. Aus dem Herzen heraus gesprochen und geschrieben fließen dann doch die besten Worte.

        Gefällt 1 Person

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