Immer nur eins – dein Moment

Schon vor einiger habe ich hier darüber geschrieben, dass ich mein Leben und den Moment ganz neu erfahre – nämlich unmittelbar und direkt. Ohne das Gefühl von der Welt entkoppelt zu sein. Oder noch treffender: Nicht von mir selbst entkoppelt – sondern ganz spürbar ich.

Der Beitrag dazu war dieser hier: Das Leben ist gar nicht so komplex

(Ah! Mir fällt gerade auf, ich hatte den Beitrag irgendwann aus dem Blog genommen. Darum poste ich ihn gleich nochmal…)

Worum es mir bei all dem geht, ist das Bewusstmachen, wie wertvoll ein Moment ist.

Wertvoll!

Und wie sehr wir dazu neigen, ihn zu verschwenden. Mit Zerstreuung. Mit Dingen, die wie nebenher machen, mal eben so ganz nebenbei erledigen. So viel verschwenden an das viel gepriesene „Multitasking“.

Multitasking – die Fähigkeit mehrere (= multi) Aufgaben (= task(s)) gleichzeitig zu verrichten.

Multitasking – über das wir alle sicher schon erfahren haben, dass wir Menschen das schon auf der neuronalen Ebene gar nicht hinbekommen.

Unser Gehirn kann nämlich immer nur eins. Unser Bewusstsein, unsere Aufmerksamkeit – sie sind für den Moment immer nur auf eins gerichtet. Wir merken das nicht so, weil wir eben in der Lage sind, extrem schnell hin und wieder her zu schalten.

Aber es ist immer nur eins. Eins, an das wir denken. Eins, das wir machen. Eins, das wir empfinden.

Ich hatte mich gefragt, als ich es in irgendeinem Seminar sitzend gehört hatte (Multitasking kann das menschliche Gehirn gar nicht leisten):

„Aber mehr machen in der gleichen Zeit, ist doch prima! Wie dumm von der Natur! Warum hat die Evolution das denn bitteschön nicht in uns hervorgebracht!?!“

Wie dumm! Dumm aber ich. Und nicht die Natur.

Unsere Natur gibt es uns vor: „Mach’ genau eins“, sagt sie. „Konzentriere dich darauf und erlebe den Moment.“ Denn sie weiß, „deine Sinne hab’ ich gemacht genau dafür, für diesen einen Moment.“ „Und nun nimm ihn dir. Schau ihn dir erstmal an. Spüre den Moment. Bevor du etwas tust. Bevor du ihn veränderst.“

Ich habe eine Angewohnheit, ein „bad habit“ (wie ich inzwischen finde), ein Leben lang eintrainiert und ich fall’ immer wieder drauf rein.

Kaffeetasse auf den Schreibtisch, Musik an. Notizblock aufschlagen, schnell was notiert. Hier schauen, da gucken, an das auch noch denken. Und ja nichts vergessen! Mein’ Mac aufklappen, das wollt’ ich noch tippen. Die vielen E-Mails checken und Blogs rasch noch lesen. Noch in die Tagesschau-App auf’s Handy geguckt – was alles passiert ist, in unserer Welt, und das in nur einer einzigen Nacht? Oh, eine Whatsapp! Das muss jetzt aber ganz besonders wichtig sein!

Das ist ja fast ein Gedicht geworden. Ich nenne es: „So – ein – Quatsch!“

Ich mach’ das ab jetzt nur noch so, auch fast ein Gedicht:

Hinsetzen. Ruhe jetzt. Gedanken, mal keine. Einen Schluck Kaffee. Der schmeckt mir sehr gut. Einfach mal atmen. Das ist dein Moment.

2 Kommentare zu „Immer nur eins – dein Moment

  1. Oh ja. Wie wahr. Und die Erfahrung, die du gemacht hast: dass du dadurch ganz bei dir selbst bist, die ist so wertvoll. Mir geht es auch so. In diesem Falle ist weniger mehr :) Ich falle aber auch immer wieder auf die alten Gewhohnheiten herein…
    Danke für die Erinnerung!

    Gefällt 1 Person

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