Foto: Farouk Martini - "Freiheit, der Bremer Roland"
Foto: Farouk Martini – „Freiheit“ (Der Bremer Roland)

Ich glaube, mir geht es wieder ein bisschen besser als die letzten Tage. Warum? Ich weiß nicht einmal so recht, warum es mir nicht so gut ging.

Und das ist auch mein Punkt heute. Dinge, die von außen auf mich einwirken. Äußere Einflüsse. Das können Menschen sein. Das können Umweltbedingungen sein, Wetter, Licht, Dunkelheit. Und ich würde sogar sagen, das kann auch mein eigenes Körperempfinden sein. Und vielleicht…ja, vielleicht können das sogar auch meine Gedanken sein.

Ich lerne mehr und mehr, mich unabhängig zu machen von äußeren Einflüssen. Das ist seit jeher meine Lebensaufgabe, so kommt mir das vor.

Und so eine Krankheit? Meine MS? Auch ein äußerer Einfluss?

Ich habe meine MS zwar ganz und gar für mich angenommen und gewissermaßen zu mir aufgenommen – naja, oder sagen wir mal so: das ist der Weg, für den ich mich zu gehen entschieden habe.

Aber die Symptome, die würde ich dennoch als äußeren Einfluss sehen. Schwach sein, wenn es draußen heiß ist. Nicht mehr laufen können, wenn der Tag lang war. Kribbeln in meinen Fingerspitzen.

Von all dem will ich unabhängig sein. Ob ich an einem Tag gut laufen kann oder nicht. Ob ich wach und fit bin oder nicht. Das soll mich nicht in meinem Innern beeinflussen. Das ist vielleicht meine Aufgabe.

Ja, und so wird das eben noch wichtiger denn je. Mit meiner Unabhängigkeit, der Freiheit von äußeren Einflüssen.