Dankbarkeit

Foto: Farouk Martini – "Dankbarkeit"
Foto: Farouk Martini – „Dankbarkeit“

Meine liebe Bloggernachbarin, Bettina, hat eine großartige Idee gehabt und in bzw. mit ihrem Beitrag „Dankbar in den Zeiten von Corona“ dazu aufgerufen ebenso einen Beitrag zu schreiben (und zu verlinken). Ich find’ das super und mache mit. Viel zu wenig haben wir doch Gelegenheit unsere Dankbarkeit auszudrücken.

Und wie ich mich so hinsetze, um niederzuschreiben, die Dinge, für die ich dankbar bin, merke ich, wie schwer mir das fällt. Nicht, weil es mir schwer fiele, dankbar zu sein – ich bin sehr dankbar für alles. Gutes und auch weniger gutes, was mir in meinem Leben zuteil wurde: ich bin sehr dankbar. Und ich bin es bewusst.

Nein, schwer fällt es mir, weil ich so sehr spüre, wie persönlich es würde darüber zu schreiben. Ich schreibe auf meinem Blog schon sehr persönlich, finde ich, und das soll ja auch so sein. Aber mir wird doch bewusst, wie sehr privat, persönlich und intim es wird, wenn ich über die Dinge schreibe, für die ich tiefe Dankbarkeit empfinde.

Dank, den trage ich im Herzen. Dank, den drücke ich aus im Gebet. Dank, das ist ein Gefühl. Die Winkel meiner Dankbarkeit, das sind sehr intime Bereiche meines Bewusstseins und meines Erlebens.

Das ist interessant, eine Erfahrung meiner selbst, die ich so noch nie hatte. Darum schon einmal: Danke, Bettina, dafür!

Nun, ich werde also nicht alles niederschreiben und offenbaren, wofür ich dankbar bin. Das sind Dinge zwischen mir und meinem Gott. Dinge in mir, die ich nicht hinauskehre. Doch ich hoffe sehr, dass diese Dankbarkeit, die ich in meinem Herzen trage, dass sie mich verändert, dass sie mich formt und Ausdruck schenkt. Jeden Tag von Neuem zum Menschen macht.

Also, diese hier sind es, für die ich dankbar bin. Alle anderen ergeben sich. Mehr Worte müssen nicht:

Danke, dass ich so gesund bin. Ja, ich weiß. Ich habe MS, eine ernste, chronische, neurologische, degenerative, nicht heilbare Krankheit meines zentralen Nervensystems. Beschissener (Entschuldigung!) geht’s ja eigentlich gar nicht. Und dann bin ich dankbar „so gesund zu sein“!?

Ja. Denn ich bin kerngesund. Also ansonsten. Ich kann hören, kann sehen, kann frei atmen, ohne Einschränkung und Beklemmung. Ich kann mich frei im Raum bewegen. Ich kann laufen. Und wenn ich es mal nicht mehr kann, weil mir die Kraft schwindet, kann ich Rollstuhl fahren, mit eigener Muskelkraft.

Ich kann riechen und schmecken und essen, essen, essen. Danke, dass ich das kann und ich bin so dankbar, dass ich irgendwie alles mag und alles probieren kann, alle Geschmäcker und Aromen erfahren kann und alles kochen und genießen kann. Dafür bin ich dankbar.

Ich bin dankbar, so sehr dankbar, dass Musik in meinem Leben ist. Immer schon und immer sein wird. Musik ist ein Kulturgut. Aber Musik ist viel mehr für mich. Viel mehr an Bedeutung und an Empfindung. Ich bin so dankbar, dass ich Musik so empfinden kann.

Ich bin dankbar, dass ich in Freiheit lebe. Dass ich meine Meinung sagen darf, ohne Furcht. Dass ich frei bin selbst zu entscheiden, was ich mit meinem Leben anstelle.

Ich bin dankbar für die Menschen, die an meiner Seite sind.

Ich bin dankbar, dass Liebe ist.

10 Kommentare zu „Dankbarkeit

  1. Hallo Farouk,

    unser Lebenslied ist gefüllt mit tiefen und hohen Sequenzen. Beides gehört dazu. Erst alle Harmonien ergeben ein Ganzes. Trauer, Schmerz, Leid, Angst, Wut, Jubel, Freude und auch Dankbarkeit gestalten die Tonart unseres eigenen Daseins. Nur wir selbst können dieses Lied singen.

    Dankbar sind wir, wenn wir tiefes Glück empfinden. Das bringt ein Strahlen in die Welt und wirft Licht auf andere. In uns – im stillen Kämmerlein, wie es in der Bibel heißt – empfinden wir das. Im Inwendigen des Menschen, wenn wir uns beispielsweise in einem Gebet an Gott wenden.

    Ein solches Lebenslied gehört nicht der Welt, sondern es ist zeitlos…ein Zeichen von Liebe.

    Alles Gute wünscht Gisela…und noch weitere schöne Zeilen von dir.

    Gefällt 1 Person

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