Foto: Farouk – "Brandung"
Foto: Farouk – „Brandung“

Es ist Karfreitag. Ruhe in der Luft. Ein Tee auf dem Tisch. Ostern kommt. Schön.

Ich kann gar nicht genug ausdrücken, wie sehr ich diese Ruhe genieße. Ich bin schon immer sehr zurückgezogen, sehr für mich, ohne viele Kontakte, in mich gekehrt. Und jetzt, in dieser Zeit, habe ich das Gefühl, es sein zu dürfen. Fast wollte ich schreiben, „diese Neigung ausleben zu dürfen“. Ja, so ist es tatsächlich, es ist wie ein Coming-out. Es ist nicht, dass ich missachte, dass der Mensch ein soziales Wesen ist (und im besten Fall auch hat). Dass ich als Mensch von anderen Menschen abhängig bin, dass das Zusammensein lebensnotwendig für uns Menschen ist. Dass ich dankbar bin für die Menschen, die mit mir sind. Das bin ich nämlich.

Doch für mich sein, Momente haben, die mir Zeit geben für mich – das ist mein Lebenselixier. Und immer sagten sie, „hey, du bist so verschlossen, schließ dich uns doch an, sei doch nicht so ein Loner, du kriegst ja Depressionen, wenn du immer so alleine bist…“ – bla und blupp.

Nun ist die Zeit, wie sie ist. Alles ist leer. So viel ist versperrt. Und wenn ich jetzt genau hinschaue und höre, weil endlich Stille ist – tut sich so viel auf.

Und Ostern fällt nicht aus. Sei nicht traurig, über all das, was wir an diesem Osterfest nicht dürfen. Endlich ist Ostern: Ostern. Endlich ist Ostern nicht nur ein großer Kaffeeklatsch. Und eine – ja, nach Weihnachten haben sie sich auch Ostern einverleibt – kommerzialisierte Konsumveranstaltung.

Und heute ist Karfreitag. Und bald schon ist Ostern. Schön.