Ja, das Geltungsbedürfnis kann groß sein unter den Menschen, die beim Musical sind. Oder in Rockbands.

Am Sonntag hat mich doch die Zeitreise in meine Teilnahme an einer Musicalgruppe in Bremen geführt. Schöne Erinnerungen, da war ich schnell wieder drin, so gedanklich.
(Zeitreise in die große Welt des kleinen Musicals)

Aber dann habe ich gespürt, wie mich dieses eine Gefühl wieder überkam. Dieses Gefühl, was ich damals schon hatte in diesem Musicalensemble – und auch in anderen Gruppen und Bands, in denen ich so zugegen war.

„Unbehaglich“ schrieb ich, würde ich mich fühlen. „Unbehaglich“. Nein, nicht unbehaglich – angewidert würde es besser treffen.

Ich fand es immer schlimm, wie egoman und selbstverliebt viele der selbsternannten Künstler und Musiker sind. Und je „kleiner“ und nichtssagender umso größer im Kopf und umso schlimmer mit ihrem Geltungsbedürfnis.

Und weil Geltungsbedürfnis – man kann ja auch sagen Geltungssucht – eben zur Sucht werden kann, hatte auch ich damals eine Abhängigkeit dafür entwickelt. Ich bin ja auch ein Mensch. Und man ist da schnell drin.

Etwas darstellen. Das Gefühl, „Jemand“ zu sein. Applaus und Lob.

Oder mit Ausdrücken aus dem Berufsleben:

Eine gewisse Position haben. Sich einen guten Namen machen. Positives Feedback bekommen.

Funktioniert genau so. Alles Futter für’s Ego.

Ich möchte das heute lieber abkürzen. Drum ist bis hier her genug geschrieben.

Aber für mich ist das alles nichts. Nichts mehr. Ich sage mich ab davon. Was im Leben für mich zählt: findet nicht mehr in meinem Ego statt.

Schenk mir Kraft dafür.