Geltungsbedürfnis

Ja, das Geltungsbedürfnis kann groß sein unter den Menschen, die beim Musical sind. Oder in Rockbands.

Am Sonntag hat mich doch die Zeitreise in meine Teilnahme an einer Musicalgruppe in Bremen geführt. Schöne Erinnerungen, da war ich schnell wieder drin, so gedanklich.
(Zeitreise in die große Welt des kleinen Musicals)

Aber dann habe ich gespürt, wie mich dieses eine Gefühl wieder überkam. Dieses Gefühl, was ich damals schon hatte in diesem Musicalensemble – und auch in anderen Gruppen und Bands, in denen ich so zugegen war.

„Unbehaglich“ schrieb ich, würde ich mich fühlen. „Unbehaglich“. Nein, nicht unbehaglich – angewidert würde es besser treffen.

Ich fand es immer schlimm, wie egoman und selbstverliebt viele der selbsternannten Künstler und Musiker sind. Und je „kleiner“ und nichtssagender umso größer im Kopf und umso schlimmer mit ihrem Geltungsbedürfnis.

Und weil Geltungsbedürfnis – man kann ja auch sagen Geltungssucht – eben zur Sucht werden kann, hatte auch ich damals eine Abhängigkeit dafür entwickelt. Ich bin ja auch ein Mensch. Und man ist da schnell drin.

Etwas darstellen. Das Gefühl, „Jemand“ zu sein. Applaus und Lob.

Oder mit Ausdrücken aus dem Berufsleben:

Eine gewisse Position haben. Sich einen guten Namen machen. Positives Feedback bekommen.

Funktioniert genau so. Alles Futter für’s Ego.

Ich möchte das heute lieber abkürzen. Drum ist bis hier her genug geschrieben.

Aber für mich ist das alles nichts. Nichts mehr. Ich sage mich ab davon. Was im Leben für mich zählt: findet nicht mehr in meinem Ego statt.

Schenk mir Kraft dafür.

8 Kommentare zu „Geltungsbedürfnis

  1. Ich meine, ein gewisses Maß an Geltungsbedürfnis, besnders in der Jugend, ist vollkommen akzeptabel. Wir alle leben in Resonnanz mit anderen, und brauchen das Gefühl, für andere von Bedeutung zu sein. Es ist ein lebenswichtiges Gefühl, für andere von Bedeutung zu sein, und wenn man jung ist, braucht man auch die Rückmeldung: ja, du bist für mich von großer Bedeutung.
    Menschen, die sehr wenig Rückmeldung von ihren Eltern bekamen und auch von Lehrern übersehen wurden, suchen sie bei der Masse, auf der Bühne, in der Politik, in der Randale….Sie versuchen die Leere mit Erfolgen oder jedenfalls mit Lärm zu füllen.
    Wer ausreichend von seiner Bedeutung überzeugt ist, weil die Mama immer sagte, was für ein besonderes Kind man sei, und Papa seine Anerkennung nicht versagte, braucht den Applaus von Dritten nicht so sehr. Und im Alter kann er ganz drauf verzichten. Wer aber keine Bestätigung bekam, kann sogar versuchen, durch ein besonders schweres Verbrechen die Aufmerksamkeit der Welt zu erzwingen. Da gibts leider viele Beispiele.

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    1. dem stimme ich ansatzweise zu! jede medaille hat 2 seiten. wie sagt man so schön: die dosis macht das gift. anerkennung braucht der mensch – auch im alter! – wenn das geltungsbedürfnis sich zur sucht entwickelt, dann wird es gefährlich.

      Gefällt 2 Personen

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