wegablenken

Foto: Farouk – "wegablenken"
Foto: Farouk – „wegablenken“

Wie komplex das wahre Leben sein kann. Da geht es um Fragen der Schuld, vielleicht der Reue. Geht’s um Trauer, geht’s um Freude. Da geht es um die Frage nach dem, Was-soll-das-alles-und-wo-führt-es-hin. Da gilt nicht das Gesagte oder Gedachte, nicht, was du dir vorgenommen, was du geplant hast, nein – es gilt nur: was dir angeboten wird. Das, was ist. Und deine Aufgabe ist es, damit etwas zu machen, daraus etwas zu machen. Zu gestalten, was gut ist für dich, für Menschen, die dir wichtig sind und auch für die, die dir nicht wichtig sind.

Und wenn du diese Aufgabe ernst nimmst und sie gut machen willst – dann erst wird dir klar: das ist eine verdammt schwere Aufgabe. Kompliziert und allumfassend. Braucht ein ganzes Leben um erledigt zu werden und ist damit doch nicht – ja wird vielleicht niemals – gelöst.

Ja, wen wundert das denn dann noch, dass wir uns andauernd Sachen suchen, die uns ablenken. Arbeit, in die wir uns stürzen, die für andere wichtig erscheint – für uns aber gänzlich unerheblich bleibt; immer bezogen auf diese eine Aufgabe da oben. Unternehmungen, denen wir nachgehen, die Bedürfnisse in uns stillen – die andere in uns geweckt haben, an die wir nicht mal gedacht hätten.

Wir lenken uns ab. Lenken uns vom eigenen Leben ab, vom Kern, den das Leben uns aufgibt. Als Aufgabe, als Pflicht, aber auch als Herausforderung, die wir annehmen dürfen, voller Freude und Mut.

Ich jedenfalls mache das total, mich ablenken, wegablenken vom eigenen Leben. Immer schon, ständig. Ich bekenne mich als Schuldiger meiner eigenen Anklage. „Arbeiten geht immer“, beliebig viel, beliebig wofür. Irgendeinen Schwachsinn, denken, machen, tun…geht immer. Irgendwelche Medien bedienen oder gar schlicht konsumieren, den ganzen Tag kann ich das. Und ich erkenne dieses Prinzip des sich Ablenkens, des Wegablenkens, auch in anderen Menschen um mich herum. Das ist durchaus weit verbreitet.

Ja, aber…wenn ich so darüber nachdenke: ich find’ Wegablenken doof. Will mich nicht wegablenken. Will nicht stumm und dumm sein – auch dann nicht, während ich dabei ganz viel zu sagen habe und kluge Gedanken verfolge.

Mich lieber stellen, dieser Aufgabe da. Auch, wenn ich Gefahr laufe, dass alles das ganz falsch ist, was ich sage. Und auf einen ganz irrtümlichen Weg führt, der mir alles nur schwer macht und mich doch nirgendwo hin bringt.

Keine Ahnung. Wegablenken? Oder doch Hierherbleiben?

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